Ursachen für Suchtkrankheiten

Wenn eine Sucht erkannt wird, stellt sich auch immer die Frage nach dem Warum. Viele Betroffene begreifen selbst nicht, wie sie in diese Spirale gelangen konnten. Bei einigen wird die wahre Ursache wohl auch nie gefunden werden, bei anderen kann man häufig nur spekulieren. Es gibt sicher Menschen, die suchtgefährdeter sind als andere. Häufig handelt es sich dabei um Menschen, die in der Familie bereits jemanden mit einer Suchtproblematik haben.

Gerade Kinder von Alkoholikern, greifen später erwiesenermaßen häufiger selbst zur Flasche, als Kinder aus normalen Familien. Kinder aus betroffenen Familien wachsen mit der Sucht des Elternteiles auf, und erkennen häufig nicht die Gefahren, die damit verbunden sind. Für sie gehört es zum Alltag dazu, so dass sie es als normal betrachten. Das soziale Umfeld hat einen besonder großen Einfluss auf die Entwicklung einer Suchterkrankung. Auch überbehütende oder sehr strenge Eltern, ein bestimmter Freundeskreis oder fehlendes Lob und Anerkennung, können zu einem späteren Suchtverhalten führen. Besonders anfällig für Suchterkrankungen sind auch Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Dazu gehören besonders Menschen mit Depressionen, Ängsten und traumatischen Erlebnissen in der Vergangenheit. Gerade Jugendliche, die missbraucht wurden, oder ein anderes traumatisches Erlebnis hatten, sind besonders gefährdet. Inzwischen weiß man auch, dass ADS bei Kindern im Erwachsenenalter nicht verschwindet. Viele Süchtige konnten später mit einer Erwachsenen-ADS diagnostiziert werden. Auf diese Weise versuchten sie, ihre Probleme im Alltag zu kompensieren oder zu verdrängen. Die Sucht diente in diesem Fall als eine Art Selbstmedikation. In der Regel beginnt jede Sucht mit einem Probieren. Der Betroffene merkt dann, dass er wesentlich ruhiger, gelassener und lockerer wird. Er benötigt diesen „Kick“ dann immer häufiger, um sich im Leben zurechtzufinden. Aus der anfänglichen psychischen Abhängigkeit wird dann schnell auch eine körperliche.

Bei Drogen ist es häufig auch ein Gruppenzwang, der in die Abhängigkeit führt. Jugendliche möchten einfach dazugehören und merken anfangs auch positive Veränderungen nach dem Drogenkonsum. Zu diesem Zeitpunkt wäre es noch einfach, wieder damit aufzuhören, doch die positiven Aspekte überwiegen für den Betroffenen in diesem Moment noch. Auch eine große Unsicherheit und ein schwaches Selbstbewusstsein sind häufig die Ursache für das Entwickeln einer Suchterkrankung. Durch die Einnahme von Drogen oder anderen Substanzen bemerken die Betroffenen eine positive Veränderung an sich. Sie fühlen sich selbstsicherer und lockerer, was die Kontaktaufnahme enorm erleichtert. Da sich die negativen Auswirkungen in der Regel erst einige Zeit später zeigen, gerät solch ein Mensch sehr schnell in eine Abhängigkeit. Auch unsere Umwelt und unser stressiger Alltag hat leider zur Entwicklung weiterer Suchterkrankungen geführt.