Suchtkrankheiten

Suchtkrankheiten sind weit verbreitet, und viele Menschen haben einen Bekannten oder Angehörigen, der davon betroffen ist. In den letzten Jahren hat die Zahl der Suchtkranken immer weiter zugenommen, denn unser hektischer Alltag und die steigenden Anforderungen fördern diese Entwicklung. Viele Menschen kommen mit ihrem Alltag und ihren Problemen nicht mehr zurecht, und geraten in eine Abhängigkeit. Bei den meisten Suchterkrankungen ist der Übergang schleichend, so dass die Betroffenen häufig gar nicht merken, wie sie mehr und mehr in den Abgrund geraten. Kindern und Jugendlichen wird der Zugang zu Drogen häufig noch zu leicht gemacht, vor allem Alkohol ist als legale Droge leicht zu bekommen. Viele Betroffene kommen aus zerrütteten Familien, in denen die Eltern häufig selbst von irgendetwas abhängig sind. Auch das Konsumverhalten der Bürger und die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat zu weiteren Suchtkrankheiten beigetragen.

Im Zeitalter des Computers sind viele bereits internetsüchtig, und entfliehen auf diese Weise dem Alltag. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind davon betroffen, die Menschen vereinsamen sehr, weil sie nach und nach ihre Kontakte abbrechen. Im Gegensatz zu früher, gibt es heutzutage sogar Arbeitssüchtige, für die Arbeit an erster Stelle steht. Die Zahl der Alkoholabhängigen ist besonders groß, da man dem Alkohol auch nicht aus dem Weg gehen kann. Es ist eine Droge, die sich jeder kaufen kann. Gerade deshalb ist es auch besonders schwer, einen Alkoholentzug dauerhaft durchzuhalten. Bei den Suchterkrankungen spricht man von psychischer und körperlicher Abhängigkeit. Während die Betroffenen bei einer Drogensucht körperlich abhängig sind, spielt bei der Kauf- oder Internetsucht lediglich die psychische Abhängigkeit eine Rolle. In manchen Fällen kann jedoch auch eine psychische in eine körperliche Abhängigkeit übergehen.

Eine Sucht ist immer ein Teufelskreis, aus dem der Betroffene nur sehr schwer wieder herauskommt. Viele Angehörige meinen es gut, und drängen den Süchtigen zu einer Therapie, was in der Regel aber keinen langfristigen Erfolg hat. Der Süchtige muss selbst davon überzeugt sein, dass er ein großes Problem hat, nur dann kann eine Therapie sinnvoll sein. Auch nach dem Entzug ist der Betroffene seine Probleme nicht los. Ein Leben lang bleibt er anfällig für Süchte aller Art, denn die Neigung dazu bleibt. Es empfiehlt sich der Anschluss an eine Selbsthilfegruppe, um auch langfristig von der Sucht loszukommen. Da der Suchterkrankung in den meisten Fällen eine psychische Störung zugrunde liegt, sollte der Patient auch immer psychotherapeutisch betreut werden. Ein Entzug auf eigene Faust bringt in der Regel nicht viel, denn die Rückfallquote ist dabei sehr hoch. Bei jeglicher Form der Suchterkrankung sollte ein stationärer Entzug mit anschließender Weiterbetreuung erfolgen.