Arbeitssucht

Ein Großteil der Bevölkerung ist berufstätig, und einige haben sicher auch ihren Traumberuf gefunden, im dem sie richtig aufgehen. Überstunden sind heutzutage fast schon selbstverständlich, so dass ein großer Teil unserer Zeit für Arbeit drauf geht. Bei einigen ist der Arbeitseinsatz jedoch dermaßen übertrieben, dass er schon krankhafte Züge annimmt. Wie bei vielen anderen Süchten auch, ist bei der Arbeitssucht der Übergang schleichend. Den Verlauf bis zur voll ausgeprägten Sucht kann man groß in vier Phasen einteilen.

Am Anfang ist dem Betroffenen lediglich die Arbeit sehr wichtig, so dass er häufig auch in seiner Freizeit daran denkt. Er kann schlecht abschalten, macht viele Überstunden, und vernachlässigt nach und nach seine Hobbys, seine Bekannten und auch seine Familie. Im weiteren Verlauf steht die Arbeit bereits an erster Stelle, alle anderen Lebensbereiche werden dieser untergeordnet, der Betroffene erfindet immer neue Ausreden, um seiner Arbeit nachzugehen. Später ist der private Bereich dann überhaupt nicht mehr wichtig, es zählt nur noch die Arbeit und das Vorankommen im Job. Der Betroffene entwickelt einen Perfektionismus und denkt, dass er alles unter Kontrolle hat. Irgendwann ist der Workaholic total ausgepowert und überarbeitet, dass auch seine Leistungsfähigkeit und seine Gesundheit unter dem chronischen Zustand leiden. Diese Menschen sind anfälliger für Herzinfarkte oder Schlaganfälle und gehen oftmals früher in Rente.

Auch die Lebenserwartung ist durch diesen Dauerzustand wesentlich geringer. In Japan gibt es inzwischen sogar spezielle Behandlungszentren für diese Suchterkrankung. Von der Arbeitssucht sind vor allem Männer in führenden Positionen und Selbstständige betroffen, da sie keine geregelten Arbeitszeiten haben. Die Suche nach der Ursache für Arbeitssucht ist schwierig, doch für einige ist es bestimmt auch eine Art Flucht, denn sie möchten sich einfach nicht mit ihrem Alltag auseinandersetzen. Inzwischen gibt es in Deutschland sogar eine Selbsthilfegruppe der Anonymen Arbeitssüchtigen, was für Betroffene sicher eine große Hilfe darstellen kann. In der Regel dauert es jedoch sehr lang, bis jemand zugibt, dass sein Arbeitseinsatz weit über das Normale hinausgeht.