TV-Sucht / Fernsehsucht

Im Grunde kann alles, was man nicht mehr in Maßen tut, zur Sucht ausarten. So ist es auch mit dem Fernsehen, denn es ist etwas dem man sich auch ganz schlecht entziehen kann. In fast jedem Haushalt gibt es einen oder mehrere Fernseher. Menschen sehen aus den unterschiedlichsten Gründen fern, nicht nur zu Unterhaltungszwecken und zum Entspannen. Für viele Menschen, die sich sehr aus der Gesellschaft zurückgezogen haben, ist es wie ein Fenster nach draußen. Durch den Fernseher können sie auf eine Art am Leben teilnehmen.


Viele Menschen, die alleine leben, ertragen die Einsamkeit nur schwer. Sie schalten den Fernseher ein, um wenigstens andere Stimmen zu hören, und um sich nicht völlig alleine zu fühlen. Unsere Kinder werden in vielen Familien bereits zu einem hohen Fernsehkonsum erzogen, denn zahlreiche Eltern platzieren ihre Kinder vor dem Fernseher, um einfach ihre Ruhe zu haben. In vielen Familien läuft die Glotze von morgens bis abends, und es ist einfach zur Gewohnheit geworden. Viele Menschen sind im Grunde fernsehsüchtig, ohne es wirklich zu wissen. Sobald der Fernseher wichtiger wird, als die Familie, die Freunde, die Arbeit oder die Hobbys, kann man von Fernsehsucht sprechen. Die Betroffenen werden unruhig, gereizt und aggressiv, wenn der Fernseher nicht läuft. In der Regel haben die Betroffenen auch keinen Plan, wenn es um das Fernsehen geht. Sie schauen wahllos alles, was im Fernsehen kommt, es wird von einem Programm zum anderen geschaltet, da es gar nicht um das Sehen einer bestimmten Sendung geht.

Die Betroffenen wissen mit ihrer freien Zeit nichts anzufangen, wenn der Fernseher nicht läuft. Sie sind dann rastlos, gehetzt und auffallend unruhig, ähnlich wie bei einem Entzug. Viele Menschen vereinsamen und verwahrlosen zusehends, an einen geregelten Tagesablauf ist nicht mehr zu denken. Unter der Fernsehsucht leiden auch die persönlichen Beziehungen, viele Ehen scheitern. Es ist sehr schwer aus dieser Sucht wieder herauszukommen, denn die wenigsten Betroffenen sind einsichtig. Hilfe kann nur eine Psychotherapie zusammen mit einer völligen Abstinenz bringen.

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