Solariumsucht

Bräune ist für viele Menschen der Inbegriff von Fitness und Schönheit. Obwohl die Risiken einer dauerhaften Bestrahlung mit UV-Licht allgemein bekannt ist, lassen sich einige Leute nicht davon abhalten, regelmäßig das Solarium zu besuchen. Ein gesundes Maß an Bestrahlung kann sich durchaus positiv auf den menschlichen Körper und die Psyche auswirken, vor allem in der dunklen Jahreszeit.

Dennoch sollten die Solariumbesuche sich in Grenzen halten, doch gerade diese Grenzen können viele junge Menschen nicht ziehen. Sie definieren irgendwann ihr Selbstbewusstsein und ihr Wohlbefinden nur noch über den Grad ihrer Bräune. Sie geben einen Großteil ihres Gehaltes für die künstliche Bräune aus, die hohen Kosten schrecken sie nicht ab. Für die Solariumsucht gibt es inzwischen sogar einen Fachbegriff, man spricht auch von Tanorexia. Die Solariumsucht gehört zu den psychischen Abhängigkeiten, da der Körper die UV-Bestrahlung nicht benötigt. Die Betroffenen werden erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten merken, was sie ihrer Haut damit zubemutet haben, denn die Folgen zeigen sich erst sehr viel später. Die Haut altert viel früher, so dass diese Menschen früher Falten bekommen. Außerdem besteht ein wesentlich höheres Hautkrebsrisiko, vor allem der gefährliche schwarze Hautkrebs tritt nach Jahren häufig auf.

Auch die vielen Warnungen vor den schlimmen Folgen der dauerhaften UV-Bestrahlung, hält die Betroffenen nicht von ihrem Tun ab. Bei vielen kommt dann noch der Gruppenzwang dazu, wo man eventuell im Freundeskreis ausgelacht wird, wenn man blass ist. Wenn die Betroffenen nicht ins Solarium können, dann sind sie gereizt und teilweise sogar aggressiv, ähnlich wie bei Entzugserscheinungen. Menschen die süchtig nach dem Solarium sind, leiden häufig an einem schlecht ausgebildeten Selbstbewusstsein. Nur mit einer gebräunten Haut fühlen sie sich attraktiv. Viele, die von dieser Sucht betroffen sind, gestehen es sich nicht ein, dass sie abhängig sind. Ohne professionelle Hilfe kommen die Betroffenen kaum von ihrer Sucht weg.