Putzsucht

Viele Frauen lieben Ordnung und Sauberkeit in ihrem Haushalt, da würde niemand eine Sucht dahinter vermuten. Dennoch gibt es Menschen, bei denen der Putzfimmel schon krankhafte Züge annimmt. Die Putzsucht kann eigentlich zu den Zwangserkrankungen gerechnet werden, da die Betroffenen in der Regel zwanghaft handeln. Sie verbringen einen Großteil ihrer Freizeit mit dem Putzen und Ordnen, so dass sie wenig Zeit für Freunde und Hobbys haben. Andere Aktivitäten werden immer mehr vernachlässigt, da die Aufmerksamkeit vollkommen auf eine absolut saubere und ordentliche Wohnung gerichtet ist.

Die Zwangserkrankten stören sich an jedem noch so kleinen Krümel und an jedem Fingerabdruck auf der Fensterscheibe oder der Vitrinentüre. Natürlich leidet auch die Partnerschaft ganz enorm darunter, da der Partner es dem Betroffenen eigentlich nie recht machen kann. Auch wenn er sich noch so sehr bemüht, wird er kaum den perfektionistischen Ansprüchen des Patienten gerecht werden können. Besonders die Kinder können ganz enorm unter der Putzsucht ihrer Mutter leiden. Sie werden sofort angeschnauzt, wenn sie mit Schuhen die Wohnung betreten, oder sich nicht gleich die Hände gewaschen haben. Es darf nichts herumliegen, und auch beim Essen soll nicht gekleckert werden. Kinder können diesem Ideal natürlich niemals entsprechen, so dass sie sehr leiden, weil sie ständig beschimpft werden und keine Anerkennung von ihrer Mutter bekommen.

Häufig vereinsamen diese Menschen sehr stark, da sie selten jemanden einladen, oder die Bekannten einfach nicht mehr gerne zu Besuch kommen. Für die Mitmenschen ist es einfach zu anstrengend, da sie ständig auf so viele Dinge achten müssen, um den Gastgeber nicht zu verärgern. Die Putzsucht ist also die Steigerung eines gewöhnlichen Putzfimmels. Die betroffenen Frauen definieren sich nur noch über den Sauberkeitsgrad ihrer Wohnung, sie können sich einfach nicht mehr entspannen. Die Folge ist häufig ein Burnout-Syndrom, also eine chronische Erschöpfung bis zum Zusammenbruch. Das Putzen wird zum einzigen Lebensinhalt. Eine Therapie ist sehr schwierig und langwierig.